Abstinenz ist die wahre Rebellion

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Vergangene Woche habe ich Connor auf Instagram porträtiert. Er war gerade mal Anfang 20, als ihn die Alkoholsucht mit voller Härte packte. Vieles kam da zusammen bei ihm, wie immer. Es gibt nicht den einen Grund, aus dem wir süchtig werden. Aber manchmal gibt es ein Leitmotiv. Bei Connor war es die Rebellion.

Er fing an zu trinken, weil ihm unsere Gesellschaft nicht passt. Ihre Regeln und Ansprüche brachten ihn damals schon auf die Barrikaden. Connor suchte nach einem Weg, sein Anderssein auszudrücken und landete beim Alkohol. Ausgerechnet. Über 96 Prozent der Erwachsenen in Deutschland trinken. All die Spießer, von denen er sich abgrenzen wollte, trinken. Connor konsumierte ihre Droge – und hatte dennoch das Gefühl, Widerstand zu leisten. Weiter entfernt von seinem Ziel hätte er kaum sein können.

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Warum ich mich dem Hype um die Doku “Alkohol – Der globale Rausch” nicht anschließen kann

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Vor ein paar Tagen hatte Andreas Pichlers neue Doku TV-Premiere. Ich durfte Arte dabei Unterstützen, Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich habe das gern gemacht. Pichler arbeitet hervorragend heraus, warum Alkohol uns so schadet – sowohl uns als Individuum als auch uns als Gesellschaft. Er erklärt, warum die Alkoholindustrie dennoch einen unfassbaren Umsatz von rund 1,2 Billionen Euro pro Jahr machen kann. Er seziert das System aus skrupellosem Marketing, Nutznießern, Pseudoprävention und effektivster Lobbyarbeit. Und auch eine Lösung bleibt Pichler nicht schuldig. Zum Ende seines Films hin präsentiert er Ansätze, mit denen Gesellschaften sich dagegen wehren könn(t)en. Brillantes journalistisches Handwerk. Aber…

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Die Kunst, ohne Alkohol zu leben

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In der Abstinenzszene fällt gern mal folgendes Sprichwort: Nüchtern werden ist einfach, nüchtern bleiben ist die Kunst. Ich bin daran immer hängen geblieben, fand es irgendwie nicht schlecht, brachte es aber nie über die Lippen. In der vergangenen Woche habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, woran das lag. Mein Ergebnis: Den zweiten Teil  unterschreibe ich, den ersten halte ich für weltfremd.

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Muriel Baumeister, Alkoholsucht und Corona

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Als ich Muriel Baumeister Anfang Januar in Berlin traf, war die Welt noch eine andere. Einen Tag vorher hatte die Weltgesundheitsorganisation zwar verkündet, dass sie in China den Ausbruch einer neuen Viruserkrankung beobachtet, aber das erschien mir weit weg. In meinem Kopf ging es um die Teilnehmer*innen meiner Onlineprogramme, Pressearbeit für meinen Podcast und den Aufbau meiner Firma, die ich wenige Tage zuvor gegründet hatte. Manchmal vergaß ich, dass ich im achten Monat schwanger war, so sehr beschäftigte mich das alles. Also wirklich kein Platz für irgendein Virus in China.

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#10 Wie Du die Deutungshoheit über Dein Leben zurückgewinnst – mit Muriel Baumeister

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In dieser Folge rede ich mit der Schauspielerin Muriel Baumeister über den falschen Freund Alkohol und darüber, wie es ist, wenn die Boulevardpresse über die eigene Alkoholsucht berichtet.

Muriel Baumeisters Buch “Hinfallen ist keine Schande, nur Liegenbleiben” findest Du hier (Affiliate-Link).

Wie Sean Penn auf den Fotografen losgeht, siehst Du hier.

“Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus” von Paul-Josef Raue und Wolf Schneider findest Du hier (Affiliate-Link).

Meinen Onlinekurs “Die ersten 30 Tage ohne Alkohol mit Nathalie” findest Du hier.

Mein Folgeprogramm “Abstinenz stabilisieren mit Nathalie” findest Du hier.

Danke an meinen Vater für die Musik, an Katja Reister für den konzeptionellen Input, an Viktoriya Zayika fürs Foto und an Sebastian Sonnewend fürs Cover-Design.