Newsletter29. Juni 2026

Ute: "Alkohol belegt alle Arbeitsspeicher"

Wie sehr Alkohol Dein geistiges Potenzial beeinträchtigt und Deine Gefühle dominiert, wird oft erst dann so richtig spürbar, wenn Du ihn weglässt.

Ute hat das durch OAMN geschafft und uns zu ihrem einjährigen Jubiläum eine Dankesmail geschrieben. Ihre Geschichte darf ich in gekürzter Form mit Dir teilen:


Ute

Ein paar Wochen nach der Geburt unserer Tochter im November 2001 habe ich wahrscheinlich eine Depression entwickelt, die niemand erkannt hat. Ich empfand die erste Zeit mit dem Säugling als sehr herausfordernd, voller Stress und Ängste. An einem dieser Vormittage stand in der Küche eine halbvolle Flasche Wein. Ich habe ein Glas getrunken und sofort eine "Entlastung" gespürt. In meiner Erinnerung fing mein Drang nach Wein und Sekt zu diesem Zeitpunkt an. Manchmal ging ich nur einkaufen, um mir Wein zu besorgen. In Gesellschaft habe ich fast nie getrunken, weil ich Wein fast so herunterstürzt habe wie Wasser. Ich wollte nicht, dass man mir diese Gier ansieht und habe deshalb meistens allein zuhause getrunken.

Über die Jahre habe ich versucht, erst abends zu trinken, was oft auch funktioniert hat. 2011 habe ich mit Laufen angefangen und dabei einen Ehrgeiz entwickelt, der mich teilweise auch vom Alkohol weggehalten hat. Aber das war nie auf Dauer, bestenfalls mal sechs Monate am Stück. Immer, wenn mein Lieblingssekt im Angebot war, habe ich mir ein paar Flaschen gekauft und oft unmittelbar nach dem Kauf die erste Flasche geöffnet. Meistens habe ich eine Flasche verteilt über zwei Tage getrunken und meinte, damit Druck und Stress besser ertragen zu können. Lösen konnte ich damit nichts. Im Gegenteil: Unzählige Momente konnte ich nicht bewusst genießen und das Verlangen nach Alkohol war manchmal so stark, dass ich mich wie fremdgesteuert gefühlt habe. Ich habe so lange nach einer Möglichkeit gesucht, mich endlich von diesen Gedanken zu befreien.

Am 04.01.2025 habe ich das letzte Mal eine Flasche Sekt getrunken. Am nächsten Tag war ich verkatert und unglücklich mit mir, weil ich es wieder mal nicht lassen konnte. Daraufhin habe ich mir das kostenlose Onlineseminar von Nathalie Stüben angesehen und mir im Anschluss die OAMN App runtergeladen. Sie hat mich in den ersten Monaten mit den täglichen, mutmachenden Sprüchen sehr unterstützt. Der tägliche Blick auf die bereits geschafften Tage war wirklich hilfreich, weil am Anfang die kleinen Schritte ja schon erste Erfolge sind. Die App gibt mir außerdem das Gefühl, dass ich nicht "allein" mit dieser Situation bin. Die Cravinghilfe habe ich in diesem Jahr nur einmal benutzt und trage immer noch jeden Tag in die App ein, wie ich mich fühle.

Heute, nach über einem Jahr ohne Alkohol, kann ich an Sekt-Angeboten vorbei gehen, ohne davon getriggert zu werden. Sie ziehen mich nicht mehr an. Ich kaufe keine Flasche, habe keinen Geheimvorrat. Ich erlebe mich viel gelassener in Situationen, in denen ich früher hoffnungslos oder mutlos war. Die Situationen sind nicht wirklich anders geworden, aber meine Haltung dazu ist anders: Ich lasse es laufen und beobachte. Ganz oft kann ich die Situation mit Humor "drehen" und bin darüber selbst erstaunt. Und ich merke, dass sich meine neue Entspanntheit auch auf meine Familie überträgt, die mich großartig bei meiner Nüchternheit unterstützt.

Mein Kopf ist klarer, ich kann mich wieder besser konzentrieren und bin in der Lage, mich mit neuen Themen zu beschäftigen, auch anspruchsvollen. Zeitweise dachte ich, dass mein Hirn aufgrund meines Alters – ich bin 62 Jahre – nicht mehr die geistige Flexbilität dafür hätte. Das ist falsch. Es geht mehr, als man denkt, wenn durch den Alkohol nicht alle möglichen Arbeitsspeicher belegt oder erschöpft sind. Und diesen Weg will ich weitergehen.


Sowohl mein Onlineseminar als auch die OAMN App gehören zu meinen kostenlosen Angeboten. Wenn Du magst, schau doch mal rein. 

Falls Du Dich in Utes Erfahrungsbericht wiedergefunden hast und Dir auch wünschst, dass Deine Gedanken nicht mehr permanent um Alkohol kreisen: Mein Team und ich begleiten Dich sehr gerne bei Deinen ersten 30 Tagen ohne Alkohol. Zum einen mit täglichen Videos und Aufgaben, die Dir Hintergrundwissen und direkt umsetzbare Hilfsmittel für Deinen Alltag mit an die Hand geben. Zum anderen mit persönlichem und fundiertem Support, an den Du Dich als Programmteilnehmer:in jederzeit mit Deinen Fragen und Sorgen wenden kannst. Den Zugang zur OAMN Onlinegruppe und den wöchentlichen Liveklassen gibt's außerdem dazu. Also, wenn Du Lust hast: Wir würden uns freuen, Dich bei Deinem Weg zu unterstützen.