Newsletter 4. Mai 2026

Jutta: "Hilfe, Urlaub mit trinkfreudigen Freunden"

Liefert Dein Hirn Dir gute Gründe dafür, warum es jetzt gerade (mal wieder) nicht passt, mit dem Trinken aufzuhören?

So ging Jutta vor rund vier Jahren auch. Mittlerweile ist sie Teil unseres Teams, damals schrieb sie uns. Den Mailverkehr, der mit meiner Mitarbeiterin und Suchtberaterin Alex entstand, darf ich hier mit Dir teilen:


Jutta

Hallo liebe Nathalie plus Team,

ich habe mein Trinkverhalten nicht mehr unter Kontrolle. Auf der Suche nach Hilfe bin ich auf Nathalies Podcast gekommen, der mir jetzt die ersten acht Tage geholfen hat, nicht zu trinken. Nun fahre ich morgen für eine Woche in den Urlaub. Lauter trinkfreudige Freunde sind dabei. Macht es Sinn, genau jetzt mit dem 30-Tage-Programm anzufangen? Davor habe ich ein bissl Angst.

Und sind die Teilnehmer:innen in der OAMN Onlinegruppe mit Klarnamen angemeldet? Mir ist die ganze Geschichte einfach noch viel zu peinlich und habe Sorge, dort jemanden zu treffen, z.B. Kunden. Da würde ich im Boden versinken.

Viele liebe Grüße
Jutta


Alex

Liebe Jutta,

wie schön, dass Du schreibst und toll, wie reflektiert Du Dir schon jetzt Gedanken machst – das ist der erste Schritt zum Erfolg, weiter so! 

Zu Deinen Fragen: Puh, gerade die erste Frage ist schwer zu beantworten, da schlagen zwei Herzen in mir: Die eine Seite sagt: Hey, Du hast schon acht Tage geschafft, es gibt immer Ausreden (Urlaube, Feiern etc.), der beste Tag für den Start ist HEUTE. Auf der anderen Seite verstehe ich aber auch die Herausforderung, die dieser Urlaub mit sich bringt. Mit vielen trinkenden Menschen und evtl. Druck und Erklärungsnot.

Ich hatte spontan folgende Idee: Du gehst erst einmal nüchtern in den Urlaub und bereitest Dich vor mit einer klaren Ansage, wie z.B. "Leute, ich mache ein Experiment, ich will den Urlaub mal ganz bewusst genießen, ganz klar im Kopf. Ich mache gerade eine Challenge: 30 Tage ohne Alkohol. Einfach weil ich wissen will, wie es mir damit geht." Erfahrungsgemäß finden das viele cool. Manche werden Dir vielleicht auch sagen: "Ach Jutta, gerade jetzt, mach Deine Challenge doch nach dem Urlaub, Du Spielverderberin" etc.

Hör auf Dich und versuche mal zu spüren: MUSST Du unbedingt trinken? Warum musst Du das? Wie sind Deine Gefühle dabei? Hast Du Antworten parat für die Menschen, die Dich zum Trinken animieren möchten? Wie geht es Dir dabei, wenn man Dich auffordert, zu trinken?

Vielleicht fällt es Dir leicht, nüchtern zu bleiben, vielleicht wird es ein Kampf. Wenn Du den verlierst und trinkst, dann schreibe auf, warum es so war und wie es Dir am nächsten Tag ging. All das wird Dir nach dem Urlaub helfen, Dich und Dein Trinkverhalten besser kennen zu lernen. Vielleicht erlebst Du aber auch eine wundervoll nüchterne Woche. Jeden Morgen frisch und klar, abends ein leckeres Getränk ohne Alkohol, welches Du vielleicht noch nicht kennst.

Du kannst mit dem Programm trotzdem starten, vielleicht kann es Dich gut begleiten. Wenn Du noch warten möchtest, ist das auch ok. Was sagt Dir denn Dein Bauch, Dein Herz? Wenn Du Dich jetzt spontan entscheiden müsstest, was würdest Du tun?

In der OAMN Onlinegruppe kann man sich mit echtem Namen oder mit einem ausgedachten anmelden, wie man möchte. Du musst auch kein Foto einstellen.

Melde Dich doch noch einmal, wie Deine Entscheidung ausgefallen ist. Ich würde mir sehr für Dich wünschen, dass Du Dich traust! Du kannst nur gewinnen.

Liebe Grüße
Alex vom Team OAMN


Jutta

Moin liebe Alex,

ich sitze heute an Tag 10 im OAMN Programm im Strandkorb auf der kleinen Nordseeinsel Düne und kann Dir gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich auf mein Bauchgefühl gehört habe. Es war wirklich nicht zu überhören. Mit dem tosenden „Tu es!“ in meinem Bauch kam dann auch der erlösende Mausklick zur Programmbuchung.

Ich habe mir vorgenommen, nichts zu hinterfragen und mich vertrauensvoll auf das 30-Tage-Programm einzulassen – auch wegen der täglichen Motivation, die mir zwischen all den trinkenden Freunden Sicherheit gegeben hat. So habe ich meine Tagesaufgaben mit viel Muße im Strandkorb erledigt, mich abends früh von meinen Freunden verabschiedet und bin auf rosa Wolken durch die Mittsommerabende zu meinem Ferienhaus geschwebt, um ins Tagebuch zu schreiben und früh ins Bett zu gehen. Herrlich.

In der Morgensonne bin ich über die Insel gewandert, nein, eher gewandelt, habe Vögel und Robben beobachtet, mir den ersten Latte Macchiato gegönnt und Nathalies Podcast gehört. Dieses Gefühl war eine Mischung aus unbeschreiblichem Glück und dem Eindruck, über den Dingen zu stehen, weil ich endlich verstanden habe, wie viel schöner ein Leben ohne Alkohol sein kann und dass ich mich nicht mehr, wie man den Lemmingen nachsagt, buchstäblich kollektiv von der Klippe stürzen muss.

Du siehst, mir geht es blendend. Morgen geht es nach Hause. Tausend Dank, dass Du mich SO motiviert hast.

Liebe Grüße
Jutta

Jutta


Wenn Du auch Fragen zu meinen Programmen hast, schreib gern meinem Team. Es wird Dir immer jemand antworten. Du bist nicht allein. 💗