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15.01.2024

Rike: „Scham war übermächtig“

Wenn es darum geht, Dich selbst anzunehmen und okay mit Dir zu sein, dann ist Scham oft eine der großen Hürden auf dem Weg dahin.

Vielleicht schämst Du Dich gerade, weil Du es trotz aller guten Neujahrsvorsätze nicht geschafft hast, nüchtern zu bleiben und traust Dich nicht, mit jemandem darüber zu sprechen. Vielleicht schämst Du Dich, weil Dir ohne Alkohol gerade bewusst wird, dass Du in deiner Alkoholzeit liebe Menschen verletzt und vor dem Kopf gestoßen hast. Egal, wie Scham sich konkret äußert, sie bewirkt dasselbe: Sie hält uns klein und schwach und einsam.

Meine Programmteilnehmerin Rike hat einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben, den ich mit Dir teilen darf:


Rike

Was bin ich immer noch geschockt über mich und meine Scham. Was mich die Scham gekostet hat – einfach unfassbar. Heute bin ich ein gutes halbes Jahr nüchtern und das Thema bewegt mich sehr.

Bis ich Anfang 30 war, hatte ich mit Alkohol nicht viel zu tun. Dann wurde ich krank und hatte schlimme Schlafstörungen. So fand ich den Weg zum Alkohol, weil er mir vermeintlich beim Einschlafen geholfen hat. Die damit verbundenen Probleme kamen nach und nach, schleichend. Irgendwann wurde es dann transparenter, deutlicher und sichtbarer, dass ich ein Alkoholproblem hatte. Meine Familie und mein Mann standen immer zu mir und rieten mir dringend, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ich redete mir zunächst ein, dass ich das nicht bräuchte. Als ich einsehen musste, dass es ohne Hilfe wirklich nicht ging, konnte ich sie nicht in Anspruch nehmen: Die Scham in mir war übergroß, übermächtig… Ich kann kaum mit Worten beschreiben, wie sehr ich mich geschämt habe. Einmal war ich sogar bei einer Psychotherapeutin und konnte über alles reden, aber nicht sagen, dass ich ein Alkoholproblem habe. Die Scham hat mich in Schach gehalten, klein gemacht, fast an den Abgrund getrieben. Es war ein Spießrutenlauf ohne Ende, bis ich Hilfe annehmen konnte.

Dank der OAmN Programme habe ich nicht nur die Sucht, sondern auch die Scham verstanden. Ich habe verstanden, was dahintersteht und was ich tun kann, damit sie mich nicht gefangenhält. Ich bin unglaublich dankbar dafür, auch wenn der Weg noch nicht zu Ende ist. Ich mache Schritte in die richtige Richtung und unsere OAmN Onlinegruppe macht den Austausch möglich. Es ist so wunderbar und hilfreich zu wissen, dass es andere gibt, die die gleichen Probleme haben. Das macht alles noch leichter für mich. Im Moment bin ich oft geflasht, wie unglaublich viel Zeit ich verloren habe. Da kullern mir dann wieder die Tränen. Aber heute geht es mir gut, alles ist so viel besser und ich bin unendlich dankbar.


In meiner aktuellen Podcastfolge erzähle ich Dir, wie das bei mir war mit der Scham. Wie ich es geschafft habe, umzudenken und umzufühlen. Und ich hoffe, dass diese Erkenntnisse auch Dir dabei helfen können, Deine Scham zu überwinden und stolz auf Dich zu sein. Die Folge findest Du hier.


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