Eines der bereicherndsten Merkmale unserer OAMN Onlinegruppe ist die Mischung aus Programmteilnehmern, die erst seit Kurzem nüchtern leben und denen, die das schon viele Monate oder Jahre tun. Im Team nennen wir letztere liebevoll unsere "alten Hasen". Sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn Du gerade erst aufgehört hast zu trinken. Sie kennen die schwierigen Situationen und unangenehmen Gefühle, die manchmal aufkommen. Und sie können Dich darin bestärken, wie sehr es sich lohnt, weiterzugehen.
Unsere "alte Häsin" Tina hat zu ihrem fünfjährigen Abstinenzjubiläum einen Beitrag in der OAMN Onlinegruppe gepostet, den ich mit Dir teilen darf.
Tina
Am 24. Juni 2021 war mein Tag 1. Ich startete Nathalies 30-Tage-Programm, mit Zweifeln, ob ich diese 30 Tage überhaupt schaffen würde. Denn ich habe oft, regelmässig und viel getrunken. Meist alleine zuhause. Bereits an Tag 3 schien mir der Weg unglaublich lang. An nüchterne Monate oder gar Jahre wollte und konnte ich damals nicht denken. Schliesslich mochte ich die Wirkung von Alkohol zu sehr. Fühlte mich darum beraubt.
Heute, fünf Jahre später, empfinde ich die Nüchternheit als Bereicherung. Um nichts in der Welt würde ich dieses Gefühl der ständigen Klarheit wieder hergeben. Ich beglückwünsche mich, zu dieser Erkenntnis gekommen zu sein. Menschen, die weiterhin konsumieren, lasse ich ihren Weg gehen, ohne sie bekehren zu wollen. Weil ich es müde bin, gegen das Schönreden ihres Konsums zu argumentieren oder mich dafür zu erklären, dass ich gesund lebe. Ich selbst verschwende übrigens keinen Gedanken mehr an Alkohol. Ich will und werde dieses Gift nicht mehr anrühren.
Mit über 50 Jahren bin ich heute die fitteste Version meiner selbst. Ich betreibe Krafttraining (Bodybuilding – ohne Bühnenambitionen) und habe kürzlich auch noch angefangen zu joggen. Ich, die kaum zum Bus rennen konnte! Ich habe mich erstmals für einen Wettkampf angemeldet, der sowohl Ausdauer als auch Kraft fordert und bin gespannt, ob ich ihn schaffen werde. 😁 So etwas hätte ich mich früher nie getraut.
Heute bin ich stolz auf ein halbes Jahrzehnt Nüchternheit! Ich bin stolz darauf, meinem Patenkind und meinen Nichten im Teenageralter ein Vorbild sein zu können. Ich bin stolz auf mich, weil auch mein Partner und meine Eltern unglaublich stolz auf mich sind. Ich erlebe mein Leben jeden Moment klar, bin präsent von früh bis spät. Ich bin wach und fit.
Ich hoffe, dieser Beitrag macht allen Mut, die zweifeln oder es schwierig finden dranzubleiben. Der Weg wird leichter und irgendwann leicht, bis er sich von selbst geht. Den Blick zurück mache ich trotzdem oft. Er hilft mir, achtsam zu bleiben.
Danke, dass ich meinen grossen Tag mit euch teilen darf. ♥️
Von Herzen, happy & sober
Tina
Teil der OAMN Onlinegruppe kannst Du werden, wenn Du eines meiner Programme buchst. Falls Du gerade erst angefangen hast mit dem Aufhören, empfehle ich Dir mein 30-Tage-Programm.
Bereichernd für Dich und Deinen Weg in die Abstinenz können auch die Geschichten unserer "Gesichter hinter der Sucht" sein. In meinem aktuellen YouTube-Video erzählt Klaas, wie er über Jahrzehnte hinweg dem Glaubenssatz folgte "nur wer leistet, ist was wert" und sich dadurch selbst in die Erschöpfung trieb. Erschöpfung, die er mit Alkohol betäubte, ebenfalls jahrzehntelang. Welches Schlüsselerlebnis ihn dazu brachte, dem Alkohol den Rücken zuzukehren, kannst Du Dir hier ansehen.
