13.01.2025

Thomas: „Echt und unverfälscht“

Auf der ewigen Rangliste der beliebten Neujahrsvorsätze stehen “Stress vermeiden” und “gesünder leben” ganz weit oben. Das Praktische ist: Wenn Du Alkohol weglässt, hast Du bei beiden Punkten schon mal ordentlich was geschafft. Und nicht nur dort, sondern auch in vielen anderen Lebensbereichen.

Solltest Du gerade kämpfen: Vielleicht hilft Dir die ausführliche Liste meines Programmteilnehmers Thomas mit seinen Erkenntnissen und Gedanken nach ein paar Wochen ohne Alkohol. Ich darf sie hier – leicht gekürzt – mit Dir teilen:


Thomas

  • Kleine Schritte reichen.
  • Meine Abstinenz hat oberste Priorität.
  • Abstinenz ist kein Verzicht, sondern eine Befreiung.
  • “Ich darf nicht mehr trinken” habe ich ersetzt durch „ich muss nicht mehr süchtig sein“.
  • Es gibt keinen echten Grund, Alkohol zu trinken – nur Ausreden und Erklärungen, warum man ihn trinkt.
  • Wenn ich an 364 Tagen im Jahr sehr gut ohne Alkohol klarkomme, warum sollte ich an besonderen Anlässen versuchen, ihn krampfhaft in mein Leben zu integrieren?
  • Alkohol ist keine Belohnung, ich bestrafe mich damit.
  • Alkohol ist ein Depressivum, kein Antidepressivum.
  • Den perfekten Tag zum Aufhören gibt es nicht. Der Tag, an dem Du aufhörst, wird später dazu.
  • Von dem, was ich befürchtet habe, das passieren wird, wenn ich aufhöre, ist genau das Gegenteil eingetreten.
  • Wenn Du süchtig bist, hast Du nicht versagt. Es ist lediglich eine logische Folge eingetreten, für die Du Dich nicht schämen musst.
  • Wenn Du dauerhaft abstinent lebst, hast Du eine Krankheit besiegt.
  • Ohne benebelten Kopf bin ich in der Lage zu erkennen, was ich eigentlich für ein tolles Leben habe.
  • Ich muss keine schrecklich verkaterten Tage mehr durchleben.
  • Ich enttäusche niemanden mehr, weil ich trinke.
  • Negative Gedanken gehen vorbei, ich kann sie aushalten.
  • Frag Dich ernsthaft, wozu Du Alkohol meinst zu brauchen – und welche besseren Alternativen Du Dir stattdessen angewöhnen kannst.
  • Häufig war das Trinken einfach Gewohnheit.
  • Alkohol nimmt mehr, als er gibt.
  • Alkohol lindert keinen Stress, sondern löst Stress aus.
  • Ich bin nicht “trocken”, ich bin nüchtern.
  • Alkohol ist die Ursache der Alkoholkrankheit, nicht das Symptom.
  • Alkohol ist eine extrem süchtigmachende Droge. Warum sind wir immer noch erstaunt, wenn manche davon abhängig werden?
  • Ich hatte keine unverhinderbaren Riesendramen. Allein durch den Konsum von Alkohol haben sich die Dramen entwickelt.
  • Wer selbst kein Problem mit Alkohol hat, dem kann es doch völlig egal sein, ob ich mittrinke oder nicht.
  • Ich bin nicht allein mit diesem Problem.
  • Bei den Problemen, die Alkohol verursacht, sollte es eher normal sein, dass diejenigen, die ihn trinken, sich rechtfertigen – nicht umgekehrt.
  • Wenn Du “Entzugserscheinungen” hast und trinkst, gewährt Alkohol nur eine kurze Linderung von einem grauenhaften Dauerzustand, den Du ohne ihn nie bekommen hättest.
  • Das Bedürfnis zu trinken verschwindet irgendwann komplett. Und dann bist Du wirklich frei.
  • Du musst es nicht beim ersten Anlauf schaffen, aber es ist möglich, es zu schaffen.
  • Je länger Du “auf der anderen Seite” bist, umso weniger willst Du wieder zurück.
  • Sämtliche Hilfen sind nur Hilfen. Den Weg musst Du selbst gehen, das nimmt Dir keiner ab.
  • Bleib achtsam. Wer nicht darauf achtet, wo er hinläuft, stolpert irgendwann.
  • Wenn ich wieder trinke, würde ich zwangsläufig genau dort landen, wo ich aufgehört habe. Das ist da Letzte, was ich will.
  • Die Probleme sind nicht weg, der Umgang damit wird aber souveräner.
  • Es ist nicht jeder Tag toll, aber jeder Tag ist echt und unverfälscht.
  • Ich bin, wie ich bin. Ich brauche keinen Alkohol, um mich zu irgendjemandem zu machen.
  • Auch mit einem Ex-Partner gab es viele schöne Momente, aber es gibt gute Gründe, warum man heute nicht mehr mit ihm zusammen ist.
  • Der Preis für die vermeintlich guten Seiten des Alkohols ist zu hoch.
  • Abstinent habe ich die Kraft, das zu bewahren, was mir wichtig ist.
  • Wer die Entscheidung aufzuhören anzweifelt, wird wieder anfangen. (Ja, das war wirklich so schlimm!)
  • Es gibt kein “nur ein Getränk”.
  • Alle, die aufhören wollen, sollen das auch dürfen – ohne Rechtfertigung.
  • Ich habe mich fürs Leben entschieden und dafür, selbst am Steuer zu sitzen.

Welcher dieser Sätze hat etwas in Dir zum Schwingen gebracht? Schreib ihn Dir auf, nimm ihn mit. Ruf ihn Dir zurück ins Gedächtnis, wenn’s mal schwer sein sollte. Oder auch dann, wenn’s grade leicht ist. Das darf es nämlich auch mal sein. 🙂


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