Newsletter12. Oktober 2026

"Quit Lit": Was ist das?

Wie kann Lesen dabei helfen, nüchtern zu werden und zu bleiben? Im Juni hat meine Mitarbeiterin Alex einen Vortrag darüber gehalten, was es mit der sogenannten "Quit Lit" auf sich hat. Einen Auszug daraus inklusive Leseempfehlungen aus der OAMN Onlinegruppe möchte ich hier mit Dir teilen.


Alex

Bücher über Alkohol und Sucht – auch "Quit Lit" genannt – können ein erstaunlich wirksames Werkzeug sein, um sein eigenes Trinkverhalten zu überdenken oder sogar damit aufzuhören. Aber warum ist das so? Wie können 'einfache Tipps und Geschichten oder Infos' dazu beitragen, dass das gelingt?

Das liegt unter anderem daran, dass Literatur weit über Tipps und Tricks hinausgehen und tiefgreifende psychologische Effekte haben kann. Wenn das passiert, wirkt sie auf mehreren Ebenen: Gedanken, Emotionen, Gewohnheiten bis hin zur eigenen Identität durch starke Identifizierung mit den Personen im Buch. Sie ermöglicht einen Perspektivwechsel auf Alkohol. Vom Mittel zur Belohnung, Entspannung und sozialem Schmiermittel hin zu Gefährdung der Gesundheit, Zerstörung von Beziehungen und Freundschaften bis hin zu Depressionen und anderen psychischen Krankheiten.

Das Lesen hilft dabei, Scham abzubauen, weil es verdeutlicht, dass wir nicht allein sind. Durch positive Aussicht kann Motivation für die Nüchternheit entstehen. Die Literatur zeigt, wie das Leben sich verbessern kann, wie neue Chancen entstehen und dass Nüchternheit womöglich gar nicht 'Verzicht' bedeutet, sondern 'Gewinn'.

Ich habe unsere großartige OAMN Onlinegruppe gefragt, welche Bücher sie aus welchen Gründen besonders empfehlen würden und habe total viele wertvolle, persönliche Antworten erhalten. Die kann ich hier nicht alle nennen, aber ich habe eine Zusammenfassung der am meisten genannten Bücher erstellt mit kurzen Infos, warum unsere Teilnehmenden gerade diese gewählt haben.


"Nüchtern" – Daniel Schreiber

Viele haben sich selbst in Daniels Erzählungen wiedererkannt und dabei viel gelernt. Auch die Tatsache, dass das Buch sehr kurz ist, aber dennoch spannend und mitreißend, hat vielen geholfen, sich dem Thema zu nähern und einen leichten Einstieg zu bekommen.

 

"Ohne Alkohol: Die beste Entscheidung meines Lebens" – Nathalie Stüben 
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"Vom unerwarteten Vergnügen, nüchtern zu sein" – Catherine Gray

"Frauen und Alkohol" – Nathalie Stüben und Prof. Falk Kiefer
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"Chianti zum Frühstück" – Claire Pooley

Vor allem Frauen fühlen sich durch die Perspektive einer Frau abgeholt und verstanden. Sie spüren, dass auch erfolgreiche und kluge Frauen ein Problem mit Alkohol entwickeln können und sie nicht allein damit sind. Starke Identifikation und Vorbildfunktion sind möglich, auch weil verschiedene Altersklassen angesprochen und beschrieben werden. Das alkoholfreie Leben als Gewinn zu sehen, hat viele überzeugt und abgeholt. Die Kombination aus "geballten Infos und Aufklärung mit Aha-Effekten" wurde ebenfalls als besonders hilfreich beschrieben.

 

"ALK: Fast ein medizinisches Sachbuch" – Simon Borowiak

"Alkohol erklärt" – William Porter

Hier hat den Leser:innen besonders gut gefallen, dass es leicht verständliche Erklärungen gab. Zum Beispiel, was mit dem Körper passiert, wenn man Alkohol trinkt, warum man überhaupt süchtig wird und dass es gleichzeitig nicht nur die eine Erklärung für Sucht gibt.


Vielleicht ist bei den Empfehlungen ja was für Dich dabei. Und vielleicht ist unsere OAMN Onlinegruppe auch für Dich (bald) ein Ort, an dem Du Dich wohlfühlen kannst. Nicht nur, um neue Buch- und Filmtipps auszutauschen, sondern vor allem auch, um ganz bewusst zu spüren: Ich bin wirklich nicht allein. Es gibt Menschen, denen ging es mal genauso wie mir jetzt gerade, und die können mir jetzt den Rücken stärken. 

Zugang erhältst Du, wenn Du eines meiner Programme buchst. Ich würde mich freuen, Dich dort zu begrüßen.