Newsletter 8. Juni 2026

Die unbequeme Wahrheit hinter "Deutschland trinkt weniger"

Die Deutschen trinken weniger Alkohol. Ja, aber...

… das liegt auch daran, dass die Baby Boomer altern und somit nicht mehr so viel Alkohol vertragen und/oder mit den Folgeerkankungen kämpfen, die Alkohol mit sich bringt. Darunter Bluthochdruck, Krebs, Herzinfarkte, Schlaganfälle, Demenz und etliche weitere.

… im Vergleich zum globalen Durchschnitt liegen wir mit unseren 11,6 Litern Reinalkohol in Deutschland mehr als doppelt so hoch. Und sogar auf dem Hochkonsumkontinent Europa zählen wir nach wie vor zum Spitzenfeld.

... unser Alkoholkonsum ist noch immer viel zu hoch. Zumindest, wenn wir uns darauf einigen können, dass Gesundheit ein Wert ist, den es zu verteidigen und zu schützen gilt.

… lediglich 20% der Erwachsenen in Deutschland leben in Sachen Alkohol risikofrei, weil sie keinen trinken. 14% trinken mit moderatem Risiko, 18% trinken hochriskant. Es gibt keinen sicheren und erst recht keinen gesunden oder gesundheitsförderlichen Konsum. Das können wir als gesichert betrachten, auch wenn es vielen nicht in den Kram passt.

… noch immer stehen Steuereinnahmen von knapp 3 Mrd. Euro einem volkswirtschaftlichen Schaden von über 57 Mrd. Euro entgegen. Heißt: Die Alkoholindustrie zahlt einen Bruchteil von dem, was uns durch ihre Produkte an Kosten entsteht. Sie sackt die Gewinne ein, wir als Allgemeinheit zahlen für alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte oder Arztbesuche, Behandlung alkoholbedingter Erkrankungen, alkoholbedingten Arbeitsausfall, Frühverrentung, Produktionsausfall, Leistungsminderung und vieles mehr.

… noch immer denken Menschen, sie täten sich mit Alkohol etwas Gutes. Sobald wir über Maßnahmen reden, die das Leid, das dieser extrem hohe Alkoholkonsum verursacht, eindämmen könnten, schreit die Lobby: BEVORMUNDUNG! VERBOT! Dabei redet niemand, wirklich niemand von Verboten. Und eigentlich ist es bevormundend, Zweifel an wissenschaftlich fundierter Information zu wecken und die Bürger*innen weiterhin mit dem Märchen vom "gesunden moderaten Konsum" zu füttern.

Wenn Du Dich für die Hintergründe interessierst, dann lege ich Dir Kapitel 2 von "Frauen und Alkohol" sowie das aktuelle Jahrbuch Sucht 2026 ans Herz.