Wenn Dein Alltag daraus besteht, Dich um andere zu kümmern, bleibt Selbstfürsorge oft auf der Strecke. Das kann das familiäre Umfeld betreffen, wenn Du zum Beispiel Kinder oder pflegebedürftige Angehörige betreust. Es kann sich aber auch aufs Arbeitsleben beziehen, wenn Du beruflich Verantwortung für das Wohlergehen anderer trägst. Also zum Beispiel als Führungskraft oder Erzieherin. Oder natürlich als Ärztin, Sanitäter, Sozialarbeiterin oder Altenpfleger.
In meiner aktuellen Podcastfolge spreche ich mit Silke Steinke darüber, warum diese permanente Verantwortung ein Nährboden für Alkoholprobleme sein kann. Neben Silkes Arbeit in verschiedenen Pflege- und Betreuungseinrichtungen begleitet sie in ihrer eigenen Praxis Menschen bei Burnout, Depressionen und Angststörungen. Häufig sind das Menschen, die in helfenden Berufen arbeiten oder sich um Angehörige kümmern.
Im Podcast erzählt Silke:
Silke
Ich habe das Gefühl, dass Alkohol in diesem Kontext oft eine Kompensationsstrategie ist, um zu entspannen, abzuschalten und einfach mal die Kontrolle abzugeben. Vor allem dann, wenn man sonst immer für andere Menschen da ist. Ich gebe einen Kurs, der heißt: "Hart an der Grenze – Wege zur Selbstfürsorge". Wenn ich meine Teilnehmenden dann frage, was so die Belastungen im Alltag sind und was die Entlastungsstrategien, wird ganz oft das Glas Wein am Abend genannt. Und ich finde es aber ganz wichtig, sich zu fragen: Was ist denn wirklich eine Entlastung? Was ist eine Kraftquelle?
Und wenn es ist: "Ich hätte gern einmal im Monat drei Stunden frei, um in die Therme zu gehen. Ich möchte einmal in der Woche zur Tennisrunde gehen." Sich da wirklich wichtig zu nehmen. Zu sagen: "Ich bin pflegende Angehörige und übernehme Verantwortung für jemanden, der das vielleicht nicht mehr allein kann. Aber nur, wenn ich gut für mich sorge, kann ich auch gut für andere sorgen." Manchmal ist das was ganz Kleines, einmal am Tag fünf Minuten rausgehen und durchatmen. Oder sich an die Scheibe stellen und die Vögel draußen im Garten beobachten. Ich finde, es gibt nicht diesen einen Tipp, sondern es ist total individuell, was für mich diese Kraftquelle ist.
Silke arbeitet zudem seit rund 15 Jahren in der Beratung und Schulung mit Schwerpunkt Demenz und Demenzprävention. Und ich habe eine tolle Nachricht für Dich: Silke hält morgen abend, am 9.12.2025, eine OAMN Liveklasse, die sich speziell um dieses Thema drehen wird. Sie beantwortet Fragen wie: Warum erhöht Alkohol das Risiko für eine Demenzerkrankung, was passiert da im Kopf? Welche Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen gibt es? Und was kannst Du machen, wenn Du bei Dir selbst oder bei Angehörigen Symptome beobachtest?
Wenn Du von Silkes Wissensschatz profitieren möchtest: An ihrer Liveklasse kannst Du online mit dem OAMN Abo teilnehmen, Infos dazu findest Du hier. Wenn Du Fragen dazu hast, schreib gern meinem Team. Und natürlich empfehle ich Dir auch die Podcastfolge mit Silke von ganzem Herzen, dazu bitte hier entlang.
